Digitalisierung im Gesundheitswesen

Von Peter Schlack 26.03.2018

Die Digitalisierung eröffnet neue Formen der Kommunikation und Zusammenarbeit in Unternehmen, Organisationen und im Gesundheitswesen.

Bild: StockSnap - Stethoskop auf Pixabay. Verwendung unter den Bedingungen der Creative Commons 0 (ohne Beschränkungen)

 

Die Digitalisierung eröffnet für das Gesundheits­wesen neue Chancen für mehr Qualität und Effizienz. Dennoch geht es nur schleppend voran. Das liegt natürlich auch daran, dass das Gesundheitswesen in Deutschland für eine analoge Welt konzipiert ist. Hinzu kommen die in Deutschland bestehenden hohen Anforderungen an Datenschutz und –sicherheit, die eine schnelle Implementierung von IT-Lösungen schwierig gestalten. Denn der Datenschutz auf medizinischem Gebiet muss, aufgrund der besonders sensiblen Daten, auf dem technisch möglichen Niveau gewährleistet werden. Aber wenn die Digitalisierung von Krankenkassen, Leistungserbringern und Patienten gewollt ist, dann wird sie sicher nicht am Datenschutz scheitern.

Praktikable Lösungen zur Unterstützung der Therapie

Die Digitalisierung des Gesundheitssektors ist, wie auch die Digitalisierung der Unternehmen, kein Selbsläufer oder unterliegt gar einem Automatismus. Sie muss vielmehr gestaltet und erarbeitet werden. Das war Ansporn für uns bei Beck et al. Services, in Zusammenarbeit mit Medizinern eine App und entsprechende Messgeräte zu entwickeln, die eine professionelle Begleitung des Patienten durch den Arzt ermöglicht. Ziel ist es, durch einen permanenten Austausch zwischen Arzt/Ärztin und Patienten die Therapie zu unterstützen. Der Arzt kann so den Ist-Zustand der Patienten erfassen und die Messdaten entsprechend darstellen und auswerten. Im Einsatz ist diese Lösung bereits bei der ganzheitlichen Behandlung von Krebspatient*innen, in dem wichtige Lebensstilelemente wie Sport, Ernährung und Psychoonkologie zur Ergänzung der schulmedizinischen Behandlung erfasst und bewertet werden. Zurzeit streckt Beck et al. Services die Fühler aus, um diese Lösung auch für weitere Patientengruppen zu erschließen. Auch in ländlichen Regionen, die unter Fachärztemangel leiden, könnte dieses Assistenzsytem hilfreich sein. In dem beispielsweise Fachärzte aus naheliegenden Städten Patient*innen auf dem Lande mitversorgen können.  

App und Datenschutz

Auf dem Markt stehen bereits Tausende Gesundheits-Apps zum Download bereit. Doch in den App-Stores tummeln sich viele Anbieter, deren Programme teils zweifelhaft arbeiten oder allzu lasch mit dem Datenschutz umgehen und damit Nutzer sogar in Gefahr bringen können. So hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bei einem Test von 17 Gesundheits-Apps festgestellt, dass 11 nicht einmal minimalste Anforderungen an die Transparenz, bspw. über den gesundheitlichen Nutzen, erfüllen. Für Verbraucher und insbesondere für Patient*innen sei das ein unhaltbarer Zustand, so die Verbraucherschützer. Wir bei Beck et al. Services setzen daher auf eine Lösung mit einer professionellen Begleitung durch den jeweiligen Arzt. Denn das ist unverzichtbar für eine erfolgreiche Therapie.

Wie stehen nun die Ärzte zur Digitalisierung? Nach dem aktuellen DAK-Digitalisierungsreport 2018 (unter Beteiligung von insgesamt 1147 Ärzten) sehen viele Ärzte in digitalen Versorgungslösungen wie Online-Coaching, Gesundheits-Apps, Videokonferenzen realistische und auch sinnvolle Möglichkeiten. Selbst in der reinen Online-Konsultation von Ärzten über ein Callcenter sehen sie Chancen, die sie auch selbst nutzen würden, wenn es möglich wäre. Dabei ist bei jungen Ärzten die Zustimmung zu digitalen Ansätzen deutlich höher als bei bereits länger als 20 Jahre im Berufsleben stehenden Ärzten.

Der Weg geht sicherlich in Richtung einer verstärkten Digitalisierung des Gesundheitswesens, da dies auch der Wille der Politik ist. Für die IT-Dienstleister sind das neue Herausforderungen und auch Chance zugleich, sich neue Geschäfsfelder zu erschließen. Das ist auch die Motivation von Beck et al. Services, sich im Gesundheitssektor stärker zu engagieren.

Über den Autor

Peter Schlack
Mit Kollaborationsplattformen können neue Denklabore und Kommunikationsräume in den Unternehmen erschlossen werden.