Surface-as-a-Service: Das bessere Leasing?

Von Helmut Weiss 18.10.2017

Bild: Scott Ackerman - Surface Pro 3 auf Flickr. Verwendung unter den Bedingungen der Creative Commons (BY) - Namensnennung.

SaaS stand früher eindeutig für "Software-as-a-Service", seit Sommer 2016 stehts auch für "Surface-as-a-Service". Das war auch das einzige, was ich mir diesbezüglich von den Sessions der Microsoft Worldwide Partner Conference (WPC) 2016 in Toronto gemerkt habe. Schließlich waren die verfügbaren Surfaces für den Unterwegseinsatz als Consultant wegen dünner Batterie kaum geeignet. Und Hardware nicht zu kaufen, sondern zu leasen war auch nicht wirklich neu, obwohl Microsoft das Thema OPEX statt CAPEX so breittrat als hätte man neben dem Windows Tablett auch das Mietmodell gerade erst erfunden.

Seitdem ist viel Wasser die Isar runtergeflossen und inzwischen wurde ich gelegentlich von Kunden darauf angesprochen, was ich von dem "anderen SaaS, dem Surface" halten würde. Nix. Weil keine Ahnung.

Nachdem mein gutes altes Lenovo Laptop, welches inzwischen mehr alt als gut war, aus dem Leasing lief, sah ich mich mal bei Microsoft um. Aha, das Surface Book ist verfügbar. Mit Performance Base, guter Tastatur und langer Akkulaufzeit. Gute Tests. Passt. Mit Ausnahme des Preises. Aber bei den interessanten Lenovo T-Modellen steht das "T" offensichtlich auch für "Teuer".

 

Interessant wäre es ja schon ...

Hmm… interessant wäre es ja schon, das Surface Book. Und seitdem unser privater Familiencomputer ein Surface 4 ist, habe ich auch die Vorzüge eines Windows Tabletts erkannt. Und das Surface Book kombiniert das mit dem, was ich für die Arbeit brauche: Klasse Tastatur, dicke Akkus und die Möglichkeit, es auf den Oberschenkeln zu nutzen.

Und wie kommt man nun da ran? Sieht sehr einfach aus. Man füllt ein kleines Formular auf der Microsoft Seite aus, wo oben drübersteht, dass sich nach dem Absenden „umgehend“ ein MS Business Partner melden wird. Eigentlich wollte ich ein Laptop mieten und keinen Kontakt zu einem Business Partner aufbauen. Mein Wunsch wurde soweit erfüllt, dass sich kein Business Partner sich gemeldet hat. Trotz mehrfachem Versuch. Microsoft funktioniert hier also nicht. Dafür aber Google. Die haben meine Suchen nach "Surface Book" mitbekommen und prompt in meine Facebook Timeline eine Werbung eines derartigen Business Partners eingeblendet.

Dort ging es dann auch wirklich einfach. Das Paket war schnell geschnürt – ein Extra Dock für das HomeOffice war kein Problem. Man muss das Helpdesk nicht mitkaufen, welches laut den einschlägigen Internet-Communities eine desaströse Qualität hat und einen ordentlichen Aufschlag kostet. Allerdings, wenn dieses mal funktioniert, dann könnte das für kleine Firmen ohne eigenem IT Knowhow eine sehr gute Lösung sein.

Jetzt noch schnell den monatlichen Preis vergleichen mit dem, was ein Surface Book übers Leasing kosten würde und … oups - das ist billiger. Wenn man allerdings für Chancengleichheit sorgt, also in das Leasing-Modell die 3-Jahres-Garantieerweiterung mit Vor-Ort-Austausch reinrechnet kostet es bei 2,85% Leasingrate bei 36 Monaten bis auf 3ct (!) genau gleich viel. Aber bei Surface as a Service ist noch so eine Art Vollkasko dabei und eine Lizenz Office 365 Business Essentials. Diese Lizenz bringt uns als E5 Nutzer eher weniger, aber was solls. Gekauft! Äh… gemietet!

 

Nur zwei Tage später ist das Paket da.

 

Neben dem langweiligen Austausch von unterschiebenen Bestätigungen und Vereinbarungen und dem Entsorgen des Müllberges gibt’s beim Hinzufügen der im Paket enthaltenen Office 365 Lizenz zum eigenen Tenant etwas zu beachten. Wenn man wie in der entsprechenden Mail angegeben den Link einfach anklickt, dann räumt man dem Lizenz Reseller hier sehr umfangreiche Rechte ein. Man sollte nicht vergessen, das Administrationsrecht wieder zu entfernen und nur das Lizenzmanagement Recht zu belassen.

 

Fazit

Man kann Surface as a Service schon machen. Muss man aber nicht. Denn der Unterschied zu üblichen Leasingangeboten ist gering, die im SaaS Angebot enthaltenen Versicherungen lassen sich auch außerhalb dieses Programmes finden. Ein Schuh wird dann draus, wenn der optionale Support funktioniert und somit Kleinunternehmen und Mittelständler damit den Client-Support mitbestellen können.

 

Über den Autor

Helmut Weiss Consultant für Cloud, IT Infrastruktur, IT Servicemanagement
Seit jeher technologiebegeisterter Bastler Dipl.-Informatiker seit 1996 Bei Beck et al. Services seit 2007 Cloud Nutzer seit 2009 Certified AWS Solutions Architect seit 2014