Facebook im Unternehmen – Dann also doch

Von Sebastian Thielke 15.01.2015
Facebook im Unternehmen – Dann also doch

Und wir sagen immer beim Kunden: Bloß nicht Facebook für Unternehmen als Argument für Enterprise Social Networks anbringen. Und dann kam gestern die große Meldung: Facebook @ Work wird gestartet - Ein soziales Netzwerk für Firmen. Interessant und das aus  unterschiedlichen Perspektiven.  Wir wissen, dass dieser Markt sehr spannend und vor allem vielfältig ist. Es ist natürlich nicht die Neuerfindung des Rades. Aber, und das sollten wir alle nicht vergessen, zumindest in der Öffentlichkeit ein großer Schritt und wir finden eben auch ein Schritt mit Potential. Doch warum? Breite öffentliche Wahrnehmung Der in unseren Augen wichtigste Aspekt ist, dass Facebook als Marke eine enorm hohe Aufmerksamkeit erzeugt. Wenn wir uns die Berichterstattungen der unterschiedlichen Medien anschauen, dann wird schnell deutlich, dass die Idee eines sozialen Netzwerks mit dieser Ankündigung in einer öffentlichen Menge ankommt, die auf der fachspezifischen Enterprise 2.0 und Social Business Ebene nie erreicht wird. Die Marke Facebook weckt dabei das Interesse sowohl im internationalen Umfeld TechCrunch wie auch in bekannten, großen Tech Blogs Cashys Blog und Zeitschriften Spiegel Online in Deutschland. Es kann also ein breite öffentlich Wahrnehmung entstehen, die unsere Wandelbemühungen für Unternehmen zum Social Business sehr weit nach vorne bringen kann, In Hinsicht auf Akzeptanz, Verständnis und vor allem im Abbau von Berührungsängsten. Abstraktion ESN wird für Nutzer greifbar Dass wir hier auf eine vollkommen neue Wahrnehmung in der Öffentlichkeit stoßen, zeigen die Kommentare zu den Artikeln und Beiträgen. Neben den üblichen Weltverschwörungen und Datenkraken-Argumenten, stimmen hier auch die ersten Aussagen ein, dass solch eine Lösung durchaus Vorteile hat. Grundsätzlich ist diese Ankündigung eines ESN`s von Facebook nützlich, denn es regt die potentiellen Nutzer dazu an, sich mit einer solchen Arbeitsweise und Methode im Zusammenhang mit ihrer tägliche Arbeit auseinanderzusetzen. Somit wird eine wertvolle und möglicherweise positiv abgebildete Wahrnehmung für ESNs im Generellen erzeugt. Facebook hat die Möglichkeit, durch die eigene Marke für den Wandel fruchtbaren Boden zu schaffen. Nutzerfreundlichkeit und breite Masse Von der technischen bzw. funktionellen Seite betrachtet, sollte Facebook @ Work auch nicht unterschätzt werden. Natürlich fehlt Facebook die Erfahrung hinsichtlich ESNs und Funktionen. Aber sie haben eines deutlich geschafft: Das Design ihres Produktes ist  nicht zuletzt durch Nutzerfreundlichkeit und Einfachheit geprägt und hat bis heute rund 1,35 Milliarden Menschen in diesem Netzwerk engagieren. Und genau hier liegt der Vorteil den Facebook @ Work auf den Markt mitbringen kann: Nutzerorientierung, Nutzerfreundlichkeit und ein eingängiges UI.

Technik und Können Grundsätzlich würden wir sagen, dass es zu früh ist, eine Aussage zu Funktionen, technische Features und Nützlichkeit zu machen. Facebook kommt auf einen Markt der von Größen wie Microsoft, IBM und JIVE gestaltet wurde und wird. Es gilt also für den Technologieanbieter Facebook viel aufzuholen und funktionell zu lernen. Vor allem aber auch die eigenen Vorteile auszuspielen, die ganz klar in der Usability und Zugänglichkeit liegen. Inwiefern das infrastrukturelle Modell von Facebook @ Work Sinn macht, ist die andere Seite der Medaille. Hier sind natürlich Bedenken und Vorurteile hinsichtlich Daten- und Informationssicherheit immer ein ausschlaggebender Punkt und dies besonders im Zusammenhang mit Unternehmensdaten und –Informationen. Hier gibt es aber noch keine belastbaren Aussagen zum Geschäftsmodell von Facebook. Aber es ist der Punkt, der über Erfolg und Misserfolg von Facebook @ Work entscheiden wird. Wir profitieren alle davon So kontrovers die Idee von Facebook im Unternehmen ist und so negativ die Konnotation zu Facebook auch sein mag, diese Ankündigung birgt ein Win-Win Potential für alle Beteiligten:

  • Wahrnehmung ESN in einer breiten Öffentlichkeit
  • Besseres Verständnis des Konstruktes Soziales Netzwerk für Unternehmen
  • Verbesserung von Akzeptanz und Nutzung unabhängig von Technik
  • Verständnis und Vorstellung beim Nutzer
  • Fokus auf Usability, Design und UI
  • Kombination von Funktionalität und Design

Wir als Treiber von Wandel und Transformation der Unternehmen hin zu Social Business und Enterprise 2.0 sollten das Potential, und wenn nur das rein öffentlichkeitswirksame, aufnehmen, begrüßen und weniger verurteilen. Unser Ansinnen ist der Wandel des Unternehmens und in diesem Zusammenhang ist die Technik nur ein Werkzeug. Im Großen und Ganzen ist mit Facebook @ Work nur wieder ein Technologieanbieter mehr auf den Markt gekommen, der aber ein enormes Potential mitbringt. Und hier schlagen wir kurz eine Brücke: Smartphones gab es schon vor Apple`s iPhone aber die Marke hat es massentauglich gemacht. Eine ähnliche Entwicklung könnte auch durch Facebook @ Work angestoßen werden.

Über den Autor

Sebastian Thielke Consultant für Digital Transformation
Social Business und Enterprise 2.0 - Strategieentwicklung, Enablement, Kommunikation sowie Wertschöpfung mit dem Hauptaugenmerk: Der Mensch macht das Unternehmen.