Neuordnung oder Aufmerksamkeitsmarketing - Der Handschlag von IBM und Cisco

Von Andreas Weinbrecht 01.07.2016
Neuordnung oder Aufmerksamkeitsmarketing - Der Handschlag von IBM und Cisco

Die Marktentwicklungen um Anwendungen wie Slack oder grundlegende Innovationen wie die durch IBM's Watson haben auch immer Einfluss auf die Weiterentwicklung von Produkten und deren Märkten. Wenn sich große Technologieunternehmen zu Partnerschaften verbinden, kann man entweder mit einer Neuordnung des Marktes rechnen oder es als kurzes Aufmerksamkeitsmarketing ansehen. Cisco und IBM sind eine solche Partnerschaft eingegangen. Eine Partnerschaft, die zeigt, dass es nicht mehr zwangsweise den einen besten Hersteller bzw. Anbieter gibt, sondern das sich das beste von jedem intelligent verbinden lässt. IBM und Cisco haben hier großes Potential.

"This rising star at IBM just signed a deal with Cisco". Die Nachricht über die aktuell veröffentlichte Partnerschaft unter der Verantwortung von IBM General Manager Collaboration Business Unit Inhi Cho Suh hat im Markt große Wellen geschlagen.

Integrierte Best-of-Breed anstatt Universallösung

Diese Partnerschaft wie auch die Partnerschaft mit box bestätigt den von mir geschätzten Weg, nicht mehr die eine universelle Lösung für Enterprise Anforderungen zu offerieren, sondern den best of breed Ansatz zu wählen. Das bedeutet, die besten Lösungen auf dem Markt mit Fokus auf Benutzerfreundlichkeit und Sicherheitsanforderungen intelligent miteinander zu verbinden. Es wird spannend wie sich IBM bei den sich überschneidenden Lösungen positionieren wird. In der IBM Cloud gibt es schon seit längerem nicht mehr die Produktnamen wie Domino oder Sametime. Stattdessen heisst es IBM Connections Mail, Chat oder Meeting. Welche Technologie sich dahinter verbirgt - ob IBM oder Cisco - dürfte dem Anwender egal sein. Solange es einfach funktioniert - mit Betonung auf einfach.

Wie sich dies auf die Zukunft von IBM Sametime als Cloud Lösung wie auch als on-premise Lösung auswirkt ist aus meiner Sicht offen.

Soweit so gut was die heutigen Produkte leisten können.

Wohin geht die Reise?

Mit dem Fokus auf analytische und kognitive Fähigkeiten die IBM mit Watson bereitstellt eröffnet sich dieses Feld auch für Cisco. Ich bin mir nicht sicher ob ich an einer Web Konferenz teilnehmen möchte, in der anhand Sentimentanalyse Widersprüche oder Mißverständnisse aufgedeckt werden können und bei Videokonferenzen auch einschlafende Teilnehmer wieder sanft in die Diskussion zurückgeführt werden. Letzteres ist wohl doch eher für Fahrerassistenzsysteme in Autos gedacht.

Wie gesagt es sind spannende Zeiten.