Kollaborative Innovation

Von Peter Schlack 07.06.2016
Kollaborative Innovation

Innovationen lassen sich kollaborativ am besten managen. Dazu eignen sich die digitalen Plattformen deshalb so gut, weil sie die notwendig Vernetzung gewährleisten.

Bild: Bill Smith - V-net Innovation Lab auf Flickr. Verwendung unter den Bedingungen der Creative Commons (BY), Namensnennung.

Viele Jahre war ich damit beschäftigt, im Rahmen von Ideen- und Innovationsprozessen neue Workshop-Formate für kreatives und kollektives Arbeiten zu entwickeln. Dafür habe ich jeweils Räume in inspirierender Umgebung gesucht, damit sich das kreative Potenzial der Workshopteilnehmer*innen voll entfalten konnte. So entstanden die Formate „Innovation Camp“ und „Gipfeltage in der Zugspitzarena“. Abseits von gewohnten Umgebungen und ausgetrampelten Pfaden sollte im Rahmen der Workshops nach neuen Ideen oder alternative Wegen und Lösungen gesucht werden. Zwei Tage in einer schönen Umgebung und einem ansprechenden Ambiente, um mit Kollegen, Partnern oder Kunden zu diskutieren, zu arbeiten und neue Ideen zu entwickeln hat auch heute noch etwas. Aber es reicht nicht mehr aus.

 

Weg von "Innovationssilos"

Im verschärften internationalen Wettbewerb ist die Beschleunigung von Innovations- und Entwicklungsprozessen erfolgsentscheidend. Hierdurch braucht man zwangläufig einen permanenten Austausch von Informationen und Wissen. Und das am Besten in Echtzeit. Die Zeiten der Innovations-Silos, in denen Forscher in ihren Labors sitzen und an neuen Produkten rumtüfteln, sind deshalb in vielen Branchen vorbei. Heute weiß man, dass der Experte in einer Disziplin noch so gut sein kann - er wird niemals leisten können, was die Vernetzung der unterschiedlichen Fachrichtungen und Expertisen gemeinsam zu Stande bringen. Innovationen werden nun mal aus Wissen gemacht, und dazu muss Wissen von möglichst vielen Quellen kommen.

 

Einige Beispiele

 

  • Die Wolff Cellulosics, Tochterunternehmen der Wolff Walsrode AG, hat beispielsweise nach einer Neustrukturierung die zuvor in einem Zentralbereich angesiedelte F&E Abteilung über flexible Teams mit den anderen Unternehmensfunktionen vernetzt. Diese neuen Branchenteams werden aus dem mittleren Management der Bereiche Marketing, F&E und Produktion gebildet und fungieren u.a. als Innovationsteams.
  • Als führendes Unternehmen im Anlagenbau plant m+w Zander jedes Projekt nach den individuellen Bedürfnissen des Kunden. Hierbei arbeiten Kunden, Lieferanten und interne Experten über verteilte Standorte hinweg eng zusammen, um neue Lösungen zu entwickeln. Zur Unterstützung wurde von m+w Zander eine eigene Kollaborations-Plattform entwickelt. Diese Plattform stellt einen rollenbasierten Zugang zu allen benötigten Informationen während des Entwicklungsprozesses zur Verfügung und vernetzt alle relevanten Partner des Innovationsprozesses.
  • Mit einem systematischen und vernetzten Innovationsprozess im Bereich Laundry & Home Car gelang es der Henkel KGaA, ihre europäische Führerschaft im Markt der Wasch- und Reinigungsmittel auszubauen. In die Ideenfindung für Produkte, die dem Verbraucher einen im Vergleich zu den Wettbewerbern deutlich besseren Nutzen und einen Qualitätsvorsprung bieten, sind alle externen Partner des Unternehmens in einem Netzwerk verbunden.

 

Durch Vernetzung zur Innovation

Die Orchestrierung des Netzwerkes wird so zum (entscheidenden) Erfolgsfaktor für die Entwicklung von Neuem und damit von Innovationen. Mit anderen Worten: Alle, die etwas dazu beitragen können, neue Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln, müssen beteiligt werden. Das sind Führungskräfte und Mitarbeiter genauso, wie die Produktentwickler, das Marketing und der Vertrieb. Letztlich sind es auch externe Partner und Schlüsselkunden. Dazu werden zwar heute schon in der Praxis etliche Tools zur Unterstützung von Innovationsprozessen eingesetzt, wie beispielsweise Kreativitätssoftware. Doch die einzelnen Tools unterstützen normalerweise nur einzelne Phasen und/oder Methoden. Doch das reicht schon lange nicht mehr aus.

Demgegenüber können Kollaborationsplattformen etwas zusätzliches, aus meiner Sicht etwas ganz entscheidendes, liefern: Das ist die permanente Kommunikation, ein jederzeit laufender und unkomplizierter Informationsfluss. Das ist die Essenz jedes Entwicklungs- und Innovationsprozesses, sozusagen der Sauerstoff des Prozesses. Auf den digitalen Plattformen können Gedanken ausgetauscht, Ideen eingebracht, Kommentare abgegeben und konkrete Aufgabenstellungen bearbeitet werden. Und das alles ohne große Kenntnisse der Software. Vor allem jedoch asynchron und zugleich in Echtzeit. Von jedem Ort und zu jeder Zeit. Dieser kreative Raum ist also nicht an Ort und Zeit gebunden. So kann jedes Mitglied der entsprechenden Innovations-Community seine Beiträge dann einbringen, wann bei ihm die Gedanken fließen - oder die Idee kommt. Bei einem funkt es vielleicht unter der Dusche oder auf einer Reise, mir kommen die besten Ideen, wenn ich morgens meine Runde an der Partnach drehe und auf die grandiose Bergwelt schaue.

 

Kollaboration = Innovation

Eine digitale Kollaborationsplattform macht es möglich, alle Ideen und Überlegungen aufzunehmen und den Fluss der Gedankenströme in (fast) Echtzeit zu kanalisieren. Sie beschleunigt damit gewaltig die Innovationsprozesse. Ich denke, Unternehmer und Manager, die auf der Suche nach neuen Ideen und Geschäftsmöglichkeiten sind - sich also eine gewisse Innovationsführerschaft auf die Fahne geschrieben haben und entsprechend auch für neue Methoden und Werkzeuge aufgeschlossen sind - sollten diesen Weg gehen. Aber auch aufgeschlossene Experten in den Innovationsbereichen, die sich von einer Kollaborationsplattform eine Belebung und Verbesserung ihrer Innovationsprozesse versprechen. Wir helfen gerne dabei. Übrigens gerne in Kombination mit inspirierenden Umgebungen.

Über den Autor

Peter Schlack
Mit Kollaborationsplattformen können neue Denklabore und Kommunikationsräume in den Unternehmen erschlossen werden.