Quo vadis Social Collaboration? (Teil 2)

Von Alexander Klier 12.05.2015
Quo vadis Social Collaboration? (Teil 2)

English Version

Im Rahmen der Social Business Arena wurden viele wichtige Punkte diskutiert. Ein zentraler Aspekt dabei war die Frage, wie sich Social Business Collaboration weiter entwickelt. Im Bild zu sehen die Diskussion dazu mit Siegfried Lautenbacher auf dem Podium.
Bild: Die Social Business Arena 2015 - Diskussion "Quo vadis Social Collaboration" von Alexander Klier alias Mummelgrummel unter den Bedingungen der Creative Commons 4.0 (BA-SA).

Im Rahmen der CeBIT fand vom 16. - 18. März 2015 zum zweiten Mal die Social Business Arena unter dem Motto "Social als Wegbereiter für die digitale Transformation" statt.  Das Konzept einer "öffentliche Fachkonferenz" ist also aufgegangen. Unter ihrem inhaltlichen Anspruch werden im Rahmen der Social Business Arena über ein breit gestreutes Rahmenprogramm spezifische Aspekte der Anbieter und Nutzer von Social Business Collaboration vorgestellt. Aber auch wichtige Problemstellungen des Einsatzes von Social Software werden diskutiert und Lösungen präsentiert. Wir von Beck et al. Services waren von Beginn an als Dienstleistungspartner dabei. Mit Überzeugung aus dem Grund, dass die Community einen öffentlichen Raum hat, in dem man sich gemeinsam austauschen und verständigen kann. Praktisch aufgrund der Überlegung, unser eigenes Tun offenzulegen und zugleich herausfordernde Probleme gemeinsam zu debattieren. Dem Charakter der öffentlicen Konferenz folgend haben wir also nicht nur einen finanziellen Beitrag geleistet, sondern auch bei der Diskussion der Inhalte mitgewirkt. Unten stehender Teil 2 unseres Corporate Blogs beleuchtet ein paar Aspekte, die für uns im Rahmen der Social Business Arena wichtig waren, näher. Teil 1 (hier) schildert unsere inhaltliche Vorbereitung und beinhaltet auch die Analyse, was wir aus der Konferenz gelernt haben bzw. was wir weiter verfolgen wollen, um die Arena 2016 zu gestalten.

 

3 Tage Social Business Arena

Unser Engagement während der Konferenz war äußerst vielfältig. Insbesondere inhaltlich gab es zahlreiche Aspekte, die wir beigesteuert haben. Bei folgenden Ereignissen standen wir in unterschiedlicher Besetzung auf der Bühne und stellten uns der Diskussion:

  • Expert-Panel: Quo vadis Enterprise 2.0 & Social Collaboration? (Siegfried Lautenbacher)
  • Keynote-Diskussion: Rahmenbedingungen für die Zukunft der Arbeit (Alexander Klier)
  • Expert-Panel: Erfolgsfaktoren zum internen Community & Engagement-Management (Sebastian Thielke)
  • Fireside Chat: Social Readiness Check - was ist das? (Siegfried Lautenbacher)
  • Expert-Panel: Bedeutung von Social Skill Management für den Projekterfolg (Sebastian Thielke)
  • Expert-Panel: Unterschiede bei den Social Collaboration Lösungen (Siegfried Lautenbacher)
  • Expert-Panel: Von der Social Adoption zur Social Governance (Manuela Weber)
  • Elevator Pitch: Social Collaboration & Digital Workplace Lösungen (Siegfried Lautenbacher)

 

Als Highlights seien die Aktivitäten aber nicht nur erwähnt, sondern einige davon auch kurz kommentiert bzw. zusammengefasst. Expertendiskussionen "Quo Vadis Social Collaboration" und "Erfolgsfaktoren des Community Managements" Im Rahmen der Expertendiskussion "Quo Vadis Social Collaboration" (Siegfried Lautenbacher) wurde gleich eingangs die These aufgestellt, dass Social tot sei, aber Social hoch leben solle. Entlang der Problematik des Begriffs und der richtigen Bezeichnung für den Transformationsprozess in Unternehmen wurde von Siegfried Lautenbacher betont, dass nicht die Begriffsfindung das Problem ist (und auch nicht das Denken in Gegensätzen), sondern die Frage, wie man Kunden den Nutzen einer Social Collaboration gut erklären kann und welche positiven Beispiele es gibt. Mit anderen Worten: Man muss den Dingen einen Namen geben, um darüber reden zu können. Im Kern aber geht es darum, pragmatische Lösungen dafür zu finden, dass die betriebliche Zusammenarbeit besser klappt.

"Für mich bedeutet Enterprise 2.0 die Weiterentwicklung von Unternehmen unter den Aspekten von Handlungsmöglichkeiten, die sich als wertschöpfend herausgestellt haben und sich der Techniken, Methoden und Prozessen des Web 2.0 sowie Social Web bedienen."

Hierzu gibt es auch ein Interview mit Siegfried Lautenbacher, in dem er die unterschiedlichen Voraussetzungen betrachtet, welche die Unternehmen mitbringen.

Eine weitere Expertendiskussion war die Frage nach Erfolgsfaktoren des "internen Community & Engagement-Managements" (Sebastian Thielke). Damit war diese Diskussion ebenfalls am Puls der digitalen Zusammenarbeit. Dabei kann man die Entwicklung von kollaborativen Communities und ihre Zusammenarbeit mit einer Brücke vergleichen, die auf fünf Pfeilern steht:

  1. Der erste Pfeiler sind dabei die Communities selbst. Diese müssen klar etabliert, eingeführt und produktiv gestaltet werden.
  2. Der zweite Pfeiler ergibt sich aus dem Management von Communities. Das Community-Management gibt einen Handlungsrahmen vor und leitet durch eigenes gutes Beispiel.
  3. Der dritte Pfeiler besteht aus der Motivation und dem Engagement der Mitglieder, das den eigentlichen Transfer in die Arbeitsprozesse ermöglicht.
  4. Pfeiler vier ermöglicht es, dass die Arbeit in den Communities produktiv umgesetzt werden kann.
  5. Pfeiler fünf schließlich steht dafür, dass sich das Unternehmen selbst sich in Richtung Communities professionalisiert.

 

Keynote Diskussion "Rahmenbedingungen für die Arbeit" Die Podienteilnehmer der Keynote Diskussion "Rahmenbedingungen für die Arbeit" waren sich grundsätzlich darüber einig, dass es neue Rahmenbedingungen für die Arbeit im Rahmen digitaler Arbeitsplätze geben muss. Uneinigkeit im Sinne von unterschiedlichen Vorschlägen gab es zum einen bezüglich des Inhalts der Rahmenbedingungen (was sollen sie regeln), aber auch bezüglich der Struktur (wer soll bzw. kann überhaupt etwas regeln). Die unterschiedlichen Positionen haben vor allem damit zu tun, dass das Phänomen noch nicht so recht zu fassen ist. Einigkeit bestand wiederum darin, dass die neuen Rahmenbedingungen sowohl die Flexibilität und Autonomie der Beschäftigten, welche Social Collaboration Plattformen bieten, erhalten bleiben soll, als auch eine Selbstausbeutung und das freiwillige Unterlaufen von Schutzbestimmungen verhindert werden sollte. Und natürlich, dass alle davon Betroffenen in den Prozess eingebunden werden müssen.

Diskussion zu den Rahmenbedingungen der Arbeit. Grundsätzlich bestand Einigkeit darin, dass es hohen Regelungsbedarf gibt, dass dabei aber sowohl die Flexibilität erhalten bleiben muss, als auch eine Selbstausbeutung und die mit einer Entgrenzung verbundenen negativen Folgen verhindert werden müssen.
Bild: Social Business Arena.

 

Unser Vorschlag dazu war, dass gesetzliche und tarifliche Regelungen sowie Betriebsvereinbarungen einen Rahmen vorgeben müssen, der dann im Rahmen von Gruppen und Teams inhaltlich ausgefüllt und umgesetzt werden muss. Das aber steht zur Diskussion und wird uns auch im Nachgang der Social Business Arena weiter beschäftigten.

Unser Social Readiness Check

Der angebotene Workshop "Social Readiness Check" im Rahmen der Social Business Arena war inhaltlich ein voller Erfolg. Die Anwesenden ließen sich nicht nur das Prinzip nahe bringen, sondern auch anhand ihres eigenen Unternehmens erklären, was das bedeutet. Hier wurde der Beratungsbedarf konkret befriedigt.

Der Workshop "Social Readiness Check" wurde von interessierten Teilnehmer*innen besucht. Er bot die Möglichkeit der Erkundung, wie weit das eigene Unternehmen schon in Fragen einer Social Collaboration gediehen ist. Dieses Instrument haben wir bei Beck et al. Services im Laufe der Zeit zum Social Compass weiterentwickelt (siehe speziell dazu weiter Teil 1 des Blogs).  Hierbei hat uns die inhaltliche Auseinandersetzung rund um die Social Business Arena tatsächlich geholfen.

 

Die digitale Transformation braucht - Social Scouts

"Auf der operativen Ebene der Umsetzung gilt weiterhin, dass kein Veränderungsprozess 'von alleine' passiert, sondern einer aktiven 'Wegbereitung'" bedarf (Björn Negelmann).

Diesem Credo schließen wir uns voll inhaltlich an. Es gilt sogar dann, wenn feststellbar ist, dass immer mehr Druck "von außen", sprich aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen, kommt. Denn ohne eine aktive Komponente, die das Gestalten und Tun in den Vordergrund stellt, macht die Transformation eher etwas mit den Unternehmen, als dass diese ihren Gestaltungsspielraum nutzen. Dabei braucht es gerade dafür gar keine so großen Pläne. Eigentlich werden die Weichen permanent neu gestellt und es würde genügen, mit kleinen Schritten zu beginnen und die Weichen klug zu stellen. Diese Grundüberlegung, die uns zur Entwicklung der Social Scouts gebracht hat (Teil 1), wurde auf der Social Business Arena bestätigt. Dies wäre Grund genug dafür, die Social Scouts als bewährtes Instrument im Rahmen der Social Business Arena zu etablieren. Bei einem solchen Vorhaben wären wir voller Überzeugung dabei. Soweit ein grober Überblick über unsere Aktivitäten im Rahmen der Social Business Arena. Mit unserer inhaltlichen Vorbereitung und den Schlussfolgerungen aus der Social Business Arena beschäftigt sich der erste Teil dieses Blogs (hier).

Über den Autor

Alexander Klier Social Learning Consultant
Social Collaboration und Social Learning gehören zusammen. Gemeinsam denkt man weiter.

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