Schlagwortmix für den Arbeitsplatz - Social Collaboration, Enterprise 2.0 und Digital Workplace

Von Sebastian Thielke 23.01.2015
Schlagwortmix für den Arbeitsplatz - Social Collaboration, Enterprise 2.0 und Digital Workplace

Hinter den Schlagworten “Enterprise 2.0”, “Social Collaboration” und “Digital Workplace” steckt eine bestimmte Vorstellung des Arbeitsplatzes der Zukunft. Dabei bedeutet Enterprise 2.0 die Weiterentwicklung von Unternehmen unter den Aspekten von Handlungsmöglichkeiten im Unternehmen, die sich als wertschöpfend herausgestellt haben und sich dabei der Techniken, Methoden und Prozessen des Web 2.0 sowie Social Web bedienen. Enterprise 2.0 steht für die Weiterentwicklung des Unternehmens zu einem neuen Modell von Zusammenarbeit,  Management, Führung und Wertschöpfung. Dabei sind Wissen sowie der frei Austausch von Informationen eine zentrale Voraussetzung, also notwendige Bedingung einer Social Collaboration.

Die Neuausrichtung bzw. der evolutionäre Schritt des Unternehmens bezieht sich dabei nicht primär auf eine rein technisch orientierte Auswahl von Software für die Zwecke der Arbeit oder technisch getriebene Umgestaltung von Plattformen für die betriebliche Kommunikation. Der notwendige Wandel des gesamten Unternehmens, beispielsweise in Fragen der internen Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten, bedeutet vor allem einen Wandel der Unternehmenskultur mit dem Ziel, eine echte Beteiligung der Beschäftigten als Grundlage der Arbeit und Wertschöpfung im Unternehmen zu etablieren.

Von der Social Collaboration ...

Social Collaboration bezeichnet also speziell die Methode der Zusammenarbeit im Unternehmen über entsprechende technische Tools und digitale Plattformen. Dabei steht ganz klar im Vordergrund, dass diejenigen Menschen zusammenarbeiten, die kollaborativ Aufgaben zu lösen haben, miteinander Produkte erstellen oder gemeinsam Dienstleistungen erbringen. Durch eine Social Collaboration ist es sehr leicht möglich, die "Weltenteilung" von Blue Collar und White Collar wieder aufzuheben, denn es kann ohne weiteres wieder eine Zusammenarbeit jenseits von Funktionsgrenzen stattfinden. Dies schließt das Thema Zusammenarbeit über die Cloud in Zukunft ausdrücklich mit ein.

... zum Digital Workplace

Die Einbindung aller technischen Anwendungen am Arbeitsplatz und schließlich die vielfältigen Umsetzungsmöglichkeiten im Rahmen der Teamarbeitsplätze sind die Grundlage der Konfiguration der digitalen Arbeitsplätze. Durch die Betonung der unternehmensweiten Kollaborations- und Kommunikationsmöglichkeiten geht ein Digital Workplace ebenfalls weit über einen computergestützten Arbeitsplatz hinaus. Jeder Bereich der Arbeit und jeder Bereich der Wertschöpfung ist Bestandteil eines Digital Workplace. Es geht insofern um die Durchdringung der Prozesse und Unterstützung der Handlungen sowie Ermöglichung von Kommunikation mit Hilfe der Technik. Doch die Technik soll "nur" ermöglichen, dass die gemeinsame Arbeit entlang der Prozesse und innerhalb der einzelnen Communities bzw. Arbeitsgruppen möglich wird. Das hat zur Folge, dass der adäquate Einsatz der Tools und Plattformen im Idealfall von den Betroffenen eigenverantwortlich bestimmt wird.

Woran sie einen Digital Workplace erkennen können

Der digitale Arbeitsplatz der Zukunft hat also spezifische Voraussetzungen, die gegeben sein müssen. Entsprechend kann man einen Digital Workplace an folgenden vier Kriterien erkennen:

  • Social Collaboration ist als Handlungsmöglichkeit und Methode der Zusammenarbeit unternehmensweit etabliert.
  • Der Digital Workplace zeigt sich als Infrastruktur und Zugang zu den unterschiedlichen Communities, Tools und Spaces. Er ist dabei (von den Arbeitsplatzinhabern) individualisiert und nicht konzernweit standardisiert!
  • Informationen sind seine zentrale Ressource bzw. der freie Zugang zu Daten sein Ausstattungselement. Der freie Zugang äußert sich über eine hierarchieungebunde Kommunikation.
  • Stark kennzeichnend sind vielfältigste Schnittstellen sowie ein starkes Vernetzungsmanagement. Die Vernetzung ist erkennbar an vielfältigen Communities und einer direkten Aufgabenerledigung.

Über den Autor

Sebastian Thielke Consultant für Digital Transformation
Social Business und Enterprise 2.0 - Strategieentwicklung, Enablement, Kommunikation sowie Wertschöpfung mit dem Hauptaugenmerk: Der Mensch macht das Unternehmen.