Umadministrieren im Kopf

Von Siegfried Lautenbacher 14.05.2014

Es ist eine seltsame Welt, in der wir arbeiten. Auf der einen Seite bearbeiten wir mit viel Aufwand sehr minutiös ausgearbeitete Angebotsaufforderungen für den Betrieb und Support von klassischen on premises IT Infrastrukturen – auf der anderen Seite designen wir für Kunden Enterprise Cloud Integration Services. Das Pflichtenheft dazu ist dabei nicht mehr als 5 Folien lang. Es ist ein agiles, pragmatisch-kollaboratives Vorgehen mit dem Kunden und die Ergebnisse überraschen bisweilen alle. Das für uns Schwierige daran ist: es sind Parallelwelten ohne Verbindungen. Die RfP Unterlagen schreiben, um Vergleichbarkeit der Angebote zu gewährleisten, genau vor, wie wir die Infrastrukturen „bauen“ sollen und fordern klare SLA Erfüllung. Innovation ist in den 36 bis 48 Monaten Laufzeit nur dann vorgesehen, wenn es sich um Preisreduktionen handelt. Bringen wir andere Ideen ein, ist es meist nicht darstellbar gegenüber den anderen Anbietern. Es ist also keine leichte Zeit für unsere IT Spezialisten bei Beck et al. Services. Sie müssen beiden Welten dienen. Das verlangt auch bei uns oftmals ein „Umadministrieren im Kopf“ – um eine momentan aktuelle Markenkampagne für einen Autohersteller etwas abzuwandeln. Eine Zeit des Übergangs also, die von unseren Leuten – und ich habe den Eindruck von unseren Kunden nicht weniger! – viel einfordert. Wir halten den Übergang in unserem IT Services Geschäft für „alternativlos“. Unser bisheriges Geschäftsmodell erodiert immer mehr: das klassische Outsourcing und Managed Services Modell gleicht einem Tümpel am Beginn der Trockenzeit. Es wird eng, schlammig und sehr unangenehm. Zeit, neue Businessmodelle zu erproben. Für uns selbst haben wir deshalb schon vor einiger Zeit die Devise ausgegeben: „Cloud only“. Zug um Zug verlagerten wir unsere internen Systeme (File, Messaging, Collaboration, Social, Realtime et al.) als IaaS (Infrastructure as a Service) in die Cloud und befreiten uns von eigener Hardware und eigenem Rechenzentrum. Bei Prozessunterstützung wie Workload tracking oder Personalentwicklung haben wir konsequent nach SaaS gesucht und mit Toggl und Small Improvements interessante Lösungen gefunden, die nutzungsbasiert abrechnen und keinen technischen Implementierungsaufwand erfordern außer einer Directory Integration. Das Tüpfelchen auf dem i (von Service ;) ) war für uns dann noch die leichtgewichtige Cloud Integration mit unserem SugarCRM, natürlich auch aus der Cloud - wir nennen es "Cloud Flow". Als Cloudanbieter haben wir uns dabei AWS ausgesucht und sehr gute Erfahrungen gemacht. Daher haben wir die Beziehung zu AWS konsequent ausgebaut und sind seit kurzem nun auch offiziell AWS Partner. Gemeinsam bringen wir die Orchestrierung unternehmenskritischer IT-Leistungen mit hochverfügbaren Cloud-Diensten voran. Mit den AWS Möglichkeiten und unseren smarten Lösungen entstehen so flexible,  skalierbare Gesamtlösungen für eine cloudfähige IT- Organisation. Beck et al. Services unterstützt dabei mit der Erarbeitung des Architektur-Designs, Beratung zum Sicherheitskonzept sowie der sukzessiven Implementierung bestehender Anwendungen in die Amazon Cloud. Ein kleines Beispiel wie das aussehen kann, liefert unser Testdrive. Dort zeigen wir, wie schnell und unaufwändig eine eine virtuelle Sharepoint 2013 Umgebung für Social Collaboration über AWS „produktiv“ gehen kann. In weiteren Beiträgen werden wir hier davon berichten, welche Erfahrungen wir machen und wie wir die Koexistenz verschiedener Welten meistern. Bleiben Sie dran!

Über den Autor

Siegfried Lautenbacher Gründer und Geschäftsführer
Gründer und Geschäftsführer bei Beck et al. Services. Lead Consultant für High Performance