Warum (echte) Social Collaboration auch nachhaltig ist

Von Alexander Klier 15.02.2015
Warum (echte) Social Collaboration auch nachhaltig ist

Eine gelungene Social Collaboration liefert die notwendige Grundlage für die Vernetzung im Bereich von Nachhaltigkeit und ihren Organisationen.
Bild: ColaboraBora - Typologie von Netzwerken auf den Wikimedia Commons (hier). Verwendung unter den Bedingungen der Creative Commons - Namensnennung-Verwendung unter gleichen Bedingungen (BY-SA).

 

Ende 2014 veröffentlichten das MIT Sloane Management Review gemeinsam mit der Boston Consulting Group und - erstmals - auch mit dem Global Compact der Vereinten Nationen eine Studie mit dem Titel "Joining Forces. Collaboration and Leadership for Sustainability". Die Ergebnisse sind nicht wirklich überraschend, aber bemerkenswert ist doch, dass vor allem dem Thema Vernetzung eine so große Bedeutung zugemessen wird. Noch deutlicher: "The importance of corporate collaboration" verdeutlicht, dass nur eine adäquate Vernetzung und Zusammenarbeit von Unternehmen zu einer tatsächlichen ökonomischen und gesellschaftlichen Nachhaltigkeit beitragen kann. Diesen speziellen Aspekt der Studie greife ich auf, weil er sich paradigmatisch dafür eignet, ihn auf eine grundlegende Social Collaboration Struktur im Unternehmen hin zu beziehen.

 

Social + Collaboration = Sustainability?

Eine Social (Business) Collaboration beruht darauf, dass im Arbeitsprozess wieder diejenigen zusammenarbeiten - und miteinander kommunizieren - die im Rahmen eines Workflow und Prozesses gemeinsam Produkte erstellen oder Dienstleistungen erbringen. Gelingt eine Kollaboration im Rahmen eines Change-Prozesses in Unternehmen, dann ergeben sich eine Vielzahl von unterschiedlichen Communities und Projekten bei gemeinsam geteilten Ressourcen. Ins Zentrum rücken dabei die vielfältigen unterschiedlichen Formen der Interaktion, Vernetzung und gemeinsamen Kommunikation. Das macht Social Collaboration Plattformen prinzipiell als technische Anwendung auch interessant zur Vernetzung mit der Außenwelt des Unternehmens. Oder eigentliche genauer: Für eine stärkere Kooperation und Kollaboration mit anderen Unternehmen und Kunden. Aber auch für NGOs, Nachhaltigkeitsinitiativen sowie für verschiedenste Organisationen vor Ort. Im Kontext der Studie gedacht stellen Social Collaboration Plattformen prinzipiell auch ein (technisches) Modell der praktischen Gestaltung der Zusammenarbeit im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung dar. Damit kann sich auch unternehmerische Nachhaltigkeit verändern, nämlich vom Modell opportunistischer und vereinzelter Projektförderung "that often produced tense relationships with the public sector" hin zu "strategic and transformational initiatives that engage multiple entities" (S 5).

 

Es ist noch ein weiter Weg, …

Nachhaltigkeit ist kein einfaches Modell und kein simpel zu beschreitender Weg. Echte unternehmerische Nachhaltigkeit funktioniert nur, wenn das Anliegen sich auf die Steuerung der Kernprozesse niederschlägt. Vor allem gehört dazu, über entsprechende KPIs den Anreiz dafür zu bilden, auch in der globalen Prozesskette nachhaltig zu wirtschaften. Dieses Ziel können Unternehmen nur über strategische Netzwerke erreichen. Mit anderen Worten: Um "some of the toughest sustainability issues, such as access to stressed or nonrenewable resources, avoiding human rights violations in value chains or moderating climate change" (S. 3) zu bewältigen, müssen vielfältige Organisationen und unterschiedliche Stakeholder kooperieren. Das setzt neben der Bereitschaft zu einem solchen Vorgehen auch handfeste Strukturen voraus, welche die dafür notwendige Kommunikation und Interaktion ermöglichen. Eigentlich ein ideales Feld für Social Collaboration Plattformen. Wenn es zu einer solchen strategischen Koalition und Zusammenarbeit gekommen ist, dann ist sie beispielsweise dazu in der Lage, "(to) send a strong message to suppliers that they need to care more about where their resources come from and under what conditions their products are manufactured" (S. 10). Technisch können nun weitere Organisationen, bzw. vor allem die Lieferanten, in die Kollaboration eingebunden werden.

 

… der im Rahmen einer Social Sustainable Collaboration gangbar wird.

Ein zentraler Erfolgsfaktor für echte Nachhaltigkeit ist also laut der Studie des MIT also eine gelungene Social Collaboration. Eine Kollaboration die von der Qualität der internen Social Collaboration ausgeht, jedoch weit über die Unternehmensgrenzen hinaus reicht. Die Qualität der internen Collaboration ist insofern ein Maßstab dafür, wie gut die Vernetzung nach außen funktionieren kann. Und letztlich ein Indikator dafür, wie nachhaltig die Unternehmensstrategie auf Dauer ist. Deshalb besteht in meinen Augen die Kernbotschaft der Studie bezüglich der Nachhaltigkeit darin, dass die eigentümlichen Stärke "klassischer" Social Collaboration Plattformen dazu genutzt werden kann, sie über die Unternehmensgrenzen hinaus zu erweitern. Das erfolgreiche interne Netzwerken ermöglicht es weiter, die richtigen Menschen für die anstehenden Aufgaben zu finden, einzubinden und schließlich die entscheidenden (vertrauensvollen) Verbindungen aufzubauen. Auch hier kann die Ausdehnung bedeuten, "(to) overcome cultural barriers that might exist, while also building personal relationships that foster good communication" (S. 12). Darum ist eine echte Social Collaboration auch der richtige Schritt in Richtung Nachhaltigkeit bzw. selbst nachhaltig.

Über den Autor

Alexander Klier Social Learning Consultant
Social Collaboration und Social Learning gehören zusammen. Gemeinsam denkt man weiter.

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