Agenturen: Es ist Zeit, mit der Zeit zu gehen

Von Peter Schlack 23.01.2017

Auch Agenturen sollten die Zeichen der Zeit erkennen. Meint jedenfalls unser Agenturprofi Peter Schlack in diesem Blogbeitrag.

Bild: Dennis Skley - Buntstifte auf Flickr. Verwendung unter den Bedingungen der Creative Commons (BY-ND).

Agenturen stehen heute vor der Herausforderung, den sozialen, technologischen, kulturellen und ökonomischen Wandel zu meistern. Und das ist für viele Agenturen keine leichte Aufgabe. Auf sozialer Ebene gibt es einen Wandel hin zu einer vernetzten Gesellschaft, in der Kooperationen, Beziehungen und Netzwerke eine immer dominantere Rolle spielen. Diese Entwicklung greift auch in die Agenturen hinein, in dem Arbeitsweisen, Strukturen und Geschäftsmodelle auf dem Prüfstand stehen.

Schlüsselfaktoren der Zukunft für Agenturen

Wir können davon ausgehen, dass Netzwerke, Beziehungen und Kooperationen in Zukunft Schlüsselfaktoren für den Erfolg von Agenturen sein werden. Agenturen sind heute schon kaum in der Lage, die Aufträge ihrer Kunden ohne Freelancer, Spezialisten und anderen Dienstleistungsunternehmen zu bewerkstelligen. Deshalb sind neue Formen des Informationsaustausches und der Zusammenarbeit dringend notwendig. Aber hier stoßen wir auf ein nicht zu unterschätzendes Problem. Netzwerke und Kooperationen basieren auf Motivation und Austausch auf Augenhöhe. Und das passt nicht so recht zu dem Selbstbild und der Struktur einer Agentur, in der gerne noch die Egos der Kreativen gepflegt werden und die Hierarchie (Creative-Director, Etat-Director etc.) hoch gehalten wird.

Ja, Agenturen waren über viele Jahre erfolgreich mit ihren Arbeitsweisen, Organisationsstrukturen und Geschäftsmodellen. Nun aber kommt irgendwie Sand ins Getriebe. Kommunikation wird zwar immer komplexer, aber auch transparenter und messbarer. Das untergräbt die eigene Expertise. Das klassische Projektmanagement ist immer häufiger überfordert und die Ergebnisse entsprechen nicht immer den Erwartungen. Und dann gibt es noch einen wichtigen Punkt: Wissen veraltet ziemlich schnell, so dass man immer wieder Zugriff zu neuem Spezialwissen und zu den entsprechenden Experten braucht. Hinzu kommt, dass Aktionen und Kampagnen oft unter einem enormen Zeitdruck entwickelt werden müssen, so dass in kurzer Zeit Marketingstrategen, Gestalter, Media-Experten, Marktforscher, Producer, Freelancer, PR-Leute und auch Kunden ins Boot geholt und miteinander vernetzt werden müssen.

Agenturen, die die Bereitschaft zur eigenen Erneuerung mitbringen, werden sich den Herausforderungen stellen und für sich neue Arbeitsweisen, Organisationsstrukturen und Geschäftsmodelle entwickeln.


Zu mir:

Ich bin Peter Schlack. Als Mitarbeiter in Werbeagenturen und selbständiger PR-Berater habe ich die Agenturszene in allen Facetten kennengelernt. Zurzeit unterstütze ich das Team von Beck et al. Services bei der Beratung von Agenturen, die Ausschau nach neuen Organisationslösungen halten. Motiviert wurden wir zu diesem Projekt durch die Studie „Agenturen der Zukunft“ von Jörg Jelden. Die Digitalisierung eröffnet in der Tat Agenturen neue Chancen, noch agiler zu werden und die Kommunikation und Zusammenarbeit flexibler und effizienter zu gestalten. In mehreren Blogbeiträgen werde ich hierzu meine Gedanken äußern.

Mein erster Blog-Beitrag in diesem Kontext widmet sich den Herausforderungen, denen sich heute Agenturen stellen müssen. In meinem nächsten Blog scheibe ich etwas über agile Agenturen - im Spannungsfeld zwischen Effizienz, Flexibilität und Sicherheit. Ich freue mich, wenn Sie wieder an Bord sind.

Über den Autor

Peter Schlack
Mit Kollaborationsplattformen können neue Denklabore und Kommunikationsräume in den Unternehmen erschlossen werden.